Infos & Service

Welche Krankheitsbilder werden behandelt?

Unsere Krankenhäuser bieten Diagnostik und Therapie für die verschiedensten Krankheiten an.

Brachytherapie

Neben der chirurgischen Therapie des Prostatakarzinom stellt die Strahlentherapie bei entsprechender Indikationsstellung eine ebenbürtige Alternative dar.

Die Brachytherapie wird als Sonderform der Strahlentherapie in die Hochdosisstrahlen-therapie (HDR-Brachytherapie) und die Niedrigdosisstrahlentherapie der Prostata (LDR-Brachytherapie) unterteilt. Das Gewebe wird dabei aus kurzer Entfernung (brachys= griech. kurz) bestrahlt. Dies bietet den Vorteil, dass eine relativ hohe Strahlendosis in der Prostata appliziert werden kann. Dadurch, dass die Strahlenintensität nach außen rasch abnimmt, lässt sich die Strahlenbelastung der benachbarten Organe gering halten.

 

HDR-Brachytherapie

Bei der HDR-Brachytherapie werden in Narkose bzw. Spinalanästhesie Hohlnadeln über den Damm in der Prostata platziert. Über diese Hohlnadeln fährt kurzzeitig eine radioaktive Quelle (Iridium192) in die Prostata (Abb.1). Nach einem vorher berechneten Bestrahlungsplan verweilt diese Quelle an den jeweiligen Positionen in der Prostata und gibt die entsprechende Strahlendosis ab. Diese Verfahren wird nach 4 Wochen wiederholt. Um diese beiden Bestrahlungstermine erfolgt eine insgesamt 5 wöchige Bestrahlung durch die Haut (Abb.2); diese wird ambulant durchgeführt.

Abb.1.: Schema der HDR-Brachytherapie
Abb.2.: Schema der perkutanen Bestrahlung

LDR-Brachytherapie

Bei der LDR-Brachytherapie werden ebenfalls Hohlnadeln über den Damm in die Prostata eingeführt. Über diese Hohlnadeln werden nach einem vorher berechneten Plan die sog. Seeds in der Prostata platziert. Seeds sind etwa reiskorngroße, radioaktiv strahlende Jod-Stifte (J125) (Abb.3). Die Seeds bleiben in der Prostata und geben so ihre Strahlungsenergie langsam über einen Zeitraum von etwa einem Jahr ab. Die Strahlungsintensität ist so gewählt, dass der Prostatakrebs in therapeutischer Dosis bestrahlt wird und umgebende Personen nicht gefährdet werden.

Abb.3.: Schema nach erfolgter SEED-Inplantation

Beide Brachytherapieverfahren werden in Zusammenarbeit mit der Klinik für Strahlentherapie am Klinikum Krefeld, Direktor Prof. Dr. med. U. Schulz durchgeführt.

Die Nachsorge erfolgt bei beiden Verfahren nach einem vorher festgelegten Schema in enger Zusammenarbeit mit dem niedergelassenen Urologen, der Klinik für Strahlentherapie am Klinikum Krefeld und durch unsere Klinik für Urologie.

 

Bei Fragen oder Therapiewunsch stehen wir Ihnen jederzeit im Rahmen unserer Sprechstunde gerne zur Verfügung. Verantwortlich für die Brachtherapie ist Dr. med. T. Bothmann, Funktionsoberarzt der Urologischen Klinik, Sektionsleiter Brachytherapie.