Infos & Service

Welche Krankheitsbilder werden behandelt?

Unsere Krankenhäuser bieten Diagnostik und Therapie für die verschiedensten Krankheiten an.

Kontinenzzentrum in Uerdingen


Harninkontinenz bedeutet unwillkürlichen Urinverlust und damit Verlust der Blasenkontrolle.

Betroffen sind 12% aller Frauen und 7% aller Männer im Alter über 65 Jahren. Aber auch Jüngere können an einer Inkontinenz leiden, hier sind es dann vor allem Frauen.

Die Ursachen sind vielfältig und reichen beispielsweise bei Frauen von Veränderungen des Beckenbodens im Alter, nach Schwangerschaft und Geburt bis zu Beeinträchtigungen nach vorangegangenen Operationen im Bauch oder Becken. Bei Männern sind es Veränderungen der Prostata, die zu Blasenentleerungsstörungen und Inkontinenz führen können, aber auch stattgehabte Operationen. Desweiteren können neurologische Erkrankungen, z.B. der Wirbelsäule, eine Diabeteserkrankung und die Einnahme von bestimmten Medikamenten die Ursache einer Inkontinenz sein und gleichermaßen Männer und Frauen betreffen.

Die Vielfältigkeit der Ursachen macht zunächst eine genaue, häufig auch aufwendige Abklärung notwendig, die dann eine zielgenaue Therapie erlaubt. Für diese Diagnostik ist unsere Klinik mit einem modernen Messplatz zur Blasendruckmessung ausgestattet.

(Bildmaterial folgt)

 

 

Die häufigsten Formen der Inkontinenz sind die Belastungsinkontinenz und Drangbeschwerden mit Inkontinenz sowie Mischformen aus beiden.

Definition der häufigsten Formen:

Belastungsinkontinenz:

Urinverlust unter körperlicher Belastung ohne Harndrang, unterschieden werden 3 Schweregrade:

Grad I Urinverlust bei schwerer körperlicher Belastung (Niessen, Husten, Heben)

Grad II Harnverlust bei leichter körperlicher Belastung (Laufen, Gehen, Aufstehen)

Grad III Urinverlust auch im Liegen

(klinischer Schweregrad nach Ingelmann- Sundberg und Stamey)

Drangbeschwerden mit Inkontinenz:

Unwillkürlicher Urinverlust begleitet von einem imperativen Harndrang.

 

Die Behandlung der verschiedenen Formen der Inkontinenz zielt auf deren Ursache ab und ist damit unterschiedlich. An erster Stelle sollte jedoch bei allen Formen des Urinverlustes die Ausschöpfung der konservativen Behandlungsmöglichkeiten stehen. Sind diese unwirksam, kommen operative Therapien zum Einsatz.

Wir führen in unserer Klinik diverse Operationsmethoden zur Behandlung einer Belastungsinkontinenz durch.

Das bedeutet neben offenen Suspensionsverfahren die vorrangig zur Anwendung kommende, moderne Methode der Bandplastiken

Transobturatorisches Band- TOT. Diese Bandform hat in unserer Klinik das TVT- Band abgelöst. Beide Verfahren sind minimal- invasiv und bedeuten eine deutliche Verkürzung der Krankenhausverweildauer und sind weniger belastend bei gleich guten Ergebnissen.

A: Lage des TVT-Band
B: Lage des TOT-Band

Darüber hinaus werden von uns Senkungen des Beckenbodens, die häufig mit einer Inkontinenz einhergehen, operativ behandelt.

Dies beinhaltet die Versorgung von Cystocelen, Recto- und Enterocelen über einen abdominellen Zugang (Schnittoperation über Unterbauch) in moderner, veränderter Form aber auch vaginale Verfahren (Zugang über die Scheide).Hier sind ebenfalls moderne Verfahren mit Netzeinlage in minimal- invasiver Form vielversprechend.

Kolposuspension nach Burch auch laparoskopisch möglich

Drangbeschwerden mit und ohne Inkontinenz werden überwiegend medikamentös therapiert.

Bei besonders schweren oder therapieresitenten Formen ist eine Behandlung mit dem innovativen Verfahren der Botulinum- Toxin Unterspritzung der Blase möglich. Diese Unterspritzung kann in Narkose aber auch in einer Analgosedierung erfolgen. Auch bei einer Interstitiellen Cystitis wenden wir dieses Verfahren an. Klassisches Anwendungsgebiet war bisher die neurogene Blasenentleerungsstörung.

Injektionspunkte zur Applikation von Botulinum-Toxin in die Harnblase
Künstlicher Schließmuskel

Aufbau des künstlichen Schließmuskels:

3 Komponenten:
     
1. Cuff:  umschließt und komprimiert die Harnröhre

2. Ballon:  Reservoir und Druckkontrolle für den Cuff

3. Pumpe: transferiert die Flüssigkeit vom Cuff zum Ballon

Künstlicher Schließmuske

Bild 1
Bild 2
Bild 3

Funktion des künstlichen Schließmuskels:

Bild 1: Blase im gefüllten Zustand 

Bild 2: Betätigung der Pumpe führt zur Entleerung des Cuffs und Dekomprimierung der Harnröhre

Bild 3: Nach Betätigung der Pumpe und Blasenentleerung automatischer Rückfluß