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Jubiläum am St. Josefshospital
Professor Zekorn seit zehn Jahren im Einsatz
Krefeld-Uerdingen. Seit zehn Jahren ist er der Arzt für die Innere Medizin am Uerdinger St. Josefshospital: Chefarzt Prof. Dr. med Tobias Zekorn. „Meine Familie und ich sind gemeinsam aus Giessen gekommen. Heute sagen wir, wir sind in Krefeld zu Hause.“ Das liegt nicht nur an seinem Team, sondern auch am Umgang im ganzen Haus. „Wenn wir von uns sagen, wir seien ein familienfreundliches Krankenhaus, dann stimmt das. Wir leben es einfach“, betont Zekorn. Man glaubt ihm, wenn er sagt: „Ich komme auch nach zehn Jahren noch jeden Morgen wirklich gern hier hin.“
Liebt beides: Wissenschaft und Praxis
Begonnen hat für ihn alles in Frankfurt-Höchst, wo er aufgewachsen ist. Nach Studium der Biologie in Frankfurt und Medizin in Marburg und Gießen, folgten 1981 Examen, 1982 Promotion und 1993 die Habilitation. Doch trotz ausgeprägter wissenschaftlicher Interessen wollte Tobias Zekorn immer ärztlich tätig sein. „Ich gehe einfach gern mit Menschen um und helfe ihnen im Rahmen der heutigen Möglichkeiten.“
Nach wie vor unterrichtet er an der Justus-Liebig-Universität in Gießen im Fachbereich Humanmedizin. Jungen Doktoranten bietet er in Uerdingen die Möglichkeit, ihre wissenschaftlichen Arbeiten zu vollenden. „Bislang haben wir hier über 20 Ärzte ausgebildet – und keiner ist je in der Facharzt-Prüfung gescheitert“, erzählt er nicht ohne Stolz. Einige davon sind jetzt Oberärzte bei ihm, wie Dr. Reiner Möllmann und Dr. Helga Zeller.
Spezialisierung ist notwendig
„Die Innere Medizin ist ein riesiges Gebiet“, erzählt Tobias Zekorn. „Deshalb haben wir uns spezialisiert.“ Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, der Bauchspeicheldrüse und der Leber (Gastroenterologie), Erkrankungen von Herz, Kreislauf und Lunge (Kardiologie und Gefäßkrankheiten), Erkrankungen des Zuckerstoffwechsels (Diabetologie) und Hormonerkrankungen (Endokrinologie) werden von seinem Team und ihm behandelt.
Aber auch Patienten mit lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Lungenembolie werden von ihm und seinem Team intensivmedizinisch betreut. Darüber hinaus gehören die fachbezogene, radiologische Diagnostik, Laboratoriums- und Ernährungsmedizin zu seinem Aufgabengebiet.
Zuckerwasser-Generation bereitet Sorgen
Gerade bei Diabetes setzt Tobias Zekorn auf Prävention. „Mir bereiten die junge Menschen Sorgen“, bekennt er. „Ich nenne sie gern die Zuckerwasser-Generation.“ Denn gerade junge Menschen konsumierten gern Getränke mit hohem Zuckergehalt. „Als junger Mensch kann man seine Gewohnheiten noch umstellen, im Alter ist das kaum noch möglich.“ Es werde kaum Sport getrieben, Essfehler durch verdeckte Fette und Alkoholgenuss verursachten schnell Krankheiten. „Bewusste Ernährung sollte daher so früh wie möglich beginnen. Am besten bereits im Kindesalter“, betont der Chefarzt. „Deshalb sollten bereits die Mütter im Rahmen der Geburtsvorbereitungen für diese Problematik sensibilisiert werden.“
Auch der Alterszucker hat zugenommen. 1960 waren nur etwa 0,5 Prozent der Bevölkerung an Diabetes Typ 2 (früher: Alterdiabetes) erkrankt, jetzt sind es bereits sieben bis acht Prozent. Zekorn sieht in der Schulung zur gesunden Ernährung und Bewegung eine der großen Aufgaben für die Zukunft. „Patienten mit Zuckerstoffwechel-Störungen bekommen zudem viel schneller einen Herzinfarkt.“
Re-Zertifizerung bei Diabetes
Seine Klinik ist gerade von der Deutschen Diabetes Gesellschaft zertifiziert worden. Und das gleich für zwei Bereiche: sowohl für die stationäre Behandlung von Diabetes mellitus (Typ 2), als auch für das diabetische Fußsyndrom, den so genannten diabetischen Fuß. Beide Bereiche sind bereits in der Vergangenheit erfolgreich überprüft worden. „Mit der Re-Zertifizierung soll sichergestellt werden, dass die Anforderungen auch durchgängig eingehalten werden“, betont Tobias Zekorn.
„Der Fortschritt in der Medizin ist sehr groß“, erzählt er. „Wahrheiten, die vor 20 Jahren existierten, sind heute teilweise überholt.“ Der medizinische Fortschritt wird heute in Leitlinien zusammengefasst, die von den medizinischen Fachgesellschaften für die Bereiche Diagnostik, Therapie und Behandlung aufgestellt wurden.
